Recht - mit oder ohne Röstigraben
Als die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg vor über 250 Jahren gegründet wurde, hätte sich wohl kaum jemand vorstellen können, dass Jahrhunderte später Plattformen wie TikTok, Instagram oder Google zu wichtigen Hebeln werden würden, um zukünftige Studierende zu erreichen. Und doch treibt genau diese Leidenschaft auch heute die Ambition der Fakultät an, neue Studierende zu gewinnen, insbesondere aus der Deutschschweiz, deren Interesse an einem Studium in der grossen und manchmal noch etwas geheimnisvollen Romandie gelegentlich zögerlich ist. Wir wurden daher beauftragt, dieses traditionsreiche Erbe zu würdigen und gleichzeitig für ein modernes, digital vernetztes Publikum neu zu interpretieren.
Doch welches Ergebnis haben die Kampagnen erzielt?
Dank einer sorgfältig entwickelten Strategie (selbstverständlich ganz im Sinne des Rechts) hat sich die Zahl der über die Kampagnen generierten Anmeldungen innerhalb weniger Wochen mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden mehrere hundert neue Anmeldungen verzeichnet, von denen ein bedeutender Teil direkt auf Google- und Meta-Kanäle zurückzuführen ist. TikTok spielte hingegen vor allem eine zentrale Rolle beim Aufbau von Bekanntheit und Nähe zu zukünftigen Studierenden. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die messbaren Ergebnisse nur einen Teil der tatsächlichen Wirkung widerspiegeln. Während sich einige Interessierte direkt nach dem ersten Kontakt anmelden, speichern viele andere die Informationen, denken darüber nach oder sprechen in ihrem Umfeld darüber, bevor sie sich schliesslich direkt über die Webseite der Universität einschreiben.
Wie sind wir vorgegangen?
Zunächst entwickelten wir eine Strategie mit Fokus auf Google, die Awareness-Massnahmen – insbesondere über YouTube und das Display-Netzwerk – mit konversionsorientierten Formaten wie Search- und Performance-Max-Kampagnen kombinierte, um den Weg zur Anmeldung möglichst einfach zu gestalten. Diese Strategie wurde durch Kampagnen auf Instagram und TikTok ergänzt. Dadurch konnten zukünftige Studierende über Formate und Codes angesprochen werden, die ihrer eigenen digitalen Welt entsprechen, und gleichzeitig eine Nähe und Atmosphäre geschaffen werden, die zu ihrem Alltag passt.
Warum ist ein solcher Ansatz so wichtig?
Weil er ermöglicht, verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Phasen ihres Entscheidungsprozesses zu erreichen. Auf der einen Seite stehen Eltern, die aufmerksam verfolgen, wann Universitätsanmeldungen geöffnet werden und sich gut in den akademischen Weg ihres Kindes hineinversetzen können. Auf der anderen Seite stehen junge Menschen, für die ein Jurastudium manchmal noch eine entfernte Idee ist – bei denen aber eine erste Begegnung mit dem Thema bereits eine Berufung auslösen kann. Soziale Netzwerke wie TikTok und Instagram wirken hier wie ein Samen: Sie wecken Interesse, inspirieren und lassen die Idee wachsen, dass ein Jurastudium möglich und erreichbar ist – auch für sie. Institutionellere Kanäle wie Google übernehmen anschliessend eine Rolle, die man fast mit einem juristischen Rahmen vergleichen könnte: Sie schaffen Struktur, bringen Glaubwürdigkeit und liefern die konkreten Informationen, die notwendig sind, um aus einer Idee eine Entscheidung zu machen. Gerade in diesem Gleichgewicht zwischen Bekanntheit und Konversion – ähnlich wie im Recht, das Prinzipien in anwendbare Regeln überführt – liegt die Stärke dieses Ansatzes. Und wer weiss: Vielleicht führt auch Ihr Weg über das Recht. Es ist nie zu spät.